WAP

Was ist WAP?

WAP steht für Wireless Application Protocol und ist ein Verfahren, welches das drahtlose Empfangen von Internet-Inhalten, wie Text und Bilder auf digitalen mobilen Empfangsgeräten ermöglicht, die hierfür vorbereitet sind. Die Sprache, in der das geschieht, heißt WML (Wireless Markup Language) und ist eine Art stark abgespeckte HTML-Variante. Nokia nennt dies auch WWW:MMM. WAP-Inhalte sind dementsprechend auch nicht mit gewöhnlichen grafisch aufwendigen Web-Sites zu vergleichen, sondern kurze Texte. Zum Lesen sind spezielle Micro-Browser nötig, die in den neuen WAP-Handys bereits installiert sind.

WAP definiert auch einen Proxyserver, der als ein Gateway zwischen dem Mobilfunknetz und dem festnetzbasierenden Internet agiert und das Datenprotokoll übersetzt und für den Weitertransport optimiert.

WAP definiert ebenfalls ein Computer-Telefon-Anwendungs-Interface (WTAI) für Daten und Sprache. Dies ermöglicht den Anwendungen die volle Ausnutzung das Umstandes, daß das drahtlose Endgerät oft ein Mobiltelefon und somit des Nutzers ständiger Begleiter ist. Der große Speicher in einem WAP Telefon kann für das Offline-Browsen, erweiterte Adressbücher, Favoriten und Texteingabemethoden, wie T9, genutzt werden.

Was soll ich mit WAP?

Das haben sich auch die Kunden gefragt, die für teueres Geld winzige Seiten mit sich langsam aufbauendem Text abrufen sollten. WAP ist ein gutes Beispiel dafür, wie man versucht hat, eine Technik zu verkaufen, die dem Kunden eigentlich egal ist. Mit iMode hat e-plus versucht, den Kunden den Inhalt schmackhaft zu machen, hierbei allerdings nur sehr wenige Mobiltelefone im Angebot und kaum Interoperabilität mit anderen Netzbetreibern.

WAP ist auch mit GPRS noch zu teuer und es existieren nur verhältnismäßig wenige Diensteanbieter. Erst mit Farbdisplays, schneller Übertragung, ggf. eingebauten Kameras und - ganz wichtig - attraktiven Preisen wird sich ein Datendienst durchsetzen. Vermutlich wird mit schnellen Mobiltelefonen und Farbdisplays ganz einfach das richtige Intnernet genutzt werden. WAP - Eine Todgeburt? Vermutlich ja...

WAP 1.0

Diese ursprünglich vom WAP Forum entwickelte Version ist SMS basierend und fand nicht den Gefallen des W3C. Nur sehr wenige Mobilfunkbetreiber und Mobiltelefone unterstützen diesen Standard. In Deutschland wird er nicht genutzt.

WAP 1.1

Diese veränderte Version ist CSD (Circuit Switched Data) basierend, d.h. die Daten werden über eine bestehende Verbindung übertragen. Dies ist auch der Standard, auf dem aktuell lieferbare WAP Endgeräte und alle in Deutschland verfügbaren WAP Serviceangebote basieren. Bereits WAP 1.1 bietet mit dem WAP-Protokoll WTLS (Wireless Transport Layer Security) ein gutes Verschlüsselungsverfahren, das mit dem im Internet genutzten SSL vergleichbar ist. Mit WTLS werden Daten auf dem Weg zum Gateway mit 40, 56 oder 128 Bit verschlüsselt.

WAP 1.2

Diese Weiterentwicklung ist abwärtskompatibel zu WAP 1.1 und bietet u.a. eine sichere verschlüsselte Übertragung zwischen Endverbraucher und Dienstanbieter, die z.B. über eine Smartcard realisiert werden kann. Wichtig ist dies für sicheres Onlinebanking oder firmeninterne Zugriffe auf Datenbanken von WAP Endgeräten. Durch die Funktion "SignText" können auf dem Mobiltelefon digitale Signaturen erzeugt werden. Optional kann auch ein WIM (Wireless Identification Module) eingesetzt werden. Hierbei liegt der Schlüssel auf einer Chipkarte und ist durch eine PIN (Persönliche Indentifikations Nummer) geschützt. Eine Kombination von SIM und WIM wäre hierbei sinnvoll. Problematisch ist weiterhin das eingesetzte Gateway, da hier die übertragenen Daten kurz unverschlüsselt vorliegen. Daher setzen Unternehmen bei sicherheitsrelevanten Anwendungen (Online-Banking) in der Regel eigene Gateways ein und leiten Nutzer, die siche über andere Gateways eingewählt haben auf das eigene um.

Weiterhin wurde die Push-Technik eingeführt, mit der nicht mehr nur der Anwender Inhalte anfordert, sondern die Inhalte auch automatisch an das Mobiltelefon weitergeleitet werden. Hierfür wird im WAP Gateway ein spezieller Push-Server eingerichtet, der per "ServiceIndication" dem Mobiltelefon das Vorliegen neuer Inhalte anzeigen kann. Weiterhin können per "ServiceLoad" Inhalte auch gleich an das Mobiltelefon übermittelt werden.

WAP 2.0

Hier wurden Farbe und Multimedia-Formate fü Audio- und Video-Streaming integriert. Auch im Hintergrund tat sich einiges. Das Internet Protokoll TCP wird unterstützt und XHTML wird unterstützt. Hierdurch wird die Darstellung auf verschiedenen Endgeräten vereinfacht.

Nutzung

Alle deutschen Mobilfunkbetreiber bieten eine automatische Konfiguration der Endgeräte (OTA Over The Air) an. Ein mühseliges Eintippen entfällt.

o2

o2 bietet seinen Kunden WAP über ein eigenes Portal an. Mobilkunden können unterwegs mit dem Handy Informationen abfragen, surfen, E-Mails empfangen und auch versenden. Darüber hinaus können sie das WAP-Portal ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechend konfigurieren.

Um das Nokia 7110 zu konfigurieren, wählt der o2 Kunde einfach die 0179-2255927 (0179-CALLWAP). Die Einstellungen fuer den o2 WAP Service werden dann umgehend auf das Handy via SMS geschickt. Die Konfiguration kann über die o2 Homepage vorgenommen werden.

Einer der wichtigsten Internetdienste ist der Versand und der Empfang von E-Mails. Deshalb bietet VIAG Interkom vom Start weg WAP-Mail an. Der Kunde nutzt dabei seinen bestehenden Internetzugang. So ist es ihm auch unterwegs möglich, Nachrichten abzurufen und zu versenden. Als Orientierungshilfe im rasch wachsenden Angebot von WAP-Seiten dient die Suchmaschine WAP-Search. Damit können Nutzer das rasch wachsende Angebot im Internet durchsuchen: Zur Zeit gibt es schon über 3.000 WAP-Seiten. Mit WAP-Go kann der Kunde schließlich die gewünschte Online-Seite ähnlich wie mit einem Internet-Browser direkt ansteuern.

Die Zugangsparameter für ein WAP taugliches Handy können auf der o2 Homepage abgerufen werden. Ein besonderes Highlight des WAP-Dienstes von o2 ist das persönliche Portal. Der Kunde kann Dienste und Informationen aus dem WAP-Angebot beliebiger Anbieter festen Rubriken zuordnen und dabei festlegen, welche Informationen er regelmäßig abrufen möchte. Die Konfiguration des Portals ist sowohl mit dem Handy als auch über die o2 Homepage möglich.

>wap.viaginterkom.de (o2 Homepage)

e-plus

e-plus bietet ihren Kunden in Zusammenarbeit mit der Dr. Materna GmbH WAP Inhalte an. Die Konfiguration des NOKIA 7110 erfolgt durch Anruf der Nummer 0177-123927. die daraufhin eintreffende SMS muß abgespeichert und aktiviert werden.

T-Mobile

T-Mobile bietet ihren Kunden und den Kunden von o2 die Möglichkeit, WAP zu nutzen. Um das NOKIA 7110 zu konfigurieren, muß lediglich eine SMS mit dem Inhalt "NOKIA CONFIG7110" an die Rufnummer 2323 gesendet werden. Die daraufhin eintreffende Antwort muß abgespeichert und aktiviert werden.

Vodafone

Vodafone bietet die Möglichkeit, das NOKIA 7110 für Vodafone-WAP zu konfigurieren, indem der Kunde die 22900101 anwählt und umgehend eine SMS erhält, die man abspeichert und aktiviert.

Übersicht

Nachstehend eine kurze Übersicht des WAP Angebots der Netzbetreiber:

 

  T-Mobile Vodafone e-plus o2
Infotelefon 0171-2202 0172-1212 0177-1000 0800-5522255
WAP Seite mmm.t-d1-wap.de www.d2wap.de wap.eplus.de wap.viaginterkom.de
Autokonfiguration per SMS s.o. 0172-22900101 0177-123927 0179-CALLWAP
Einwahlnummer 0171-2524120 0172-2290100 0177-123999 0179-GOWAP
IP-Adresse 193.254.160.8 10.1.32.2 212.23.97.9 193.96.115.33
Benutzername (egal) (egal) eplus go@wap.de
Passwort (egal) (egal) wap interkom

Programmierung

Was HTML (Hyper Text Markup Language) für das WWW, ist WML (Wireless Markup Language) für WAP. Ein kurzes Beispiel zeigt das berühmte "Hello World" in WML. Zu beachten ist hierbei, daß die Tags klein geschrieben werden.

 

<?xml version="1.0"?>

<!DOCTYPE wml PUBLIC "-//WAPFORUM/DTD WML 1.1/EN"
                     "http://wapforum.org/DTD/wml_1.1.xml">

<!-- Hello World Beispiel in WML -->

<wml>
 <card id="Hello" title="Hello World">
  <p>
   Hello World !
  </p>
 </card>
</wml>

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