Mein Netzbetreiberwechsel (Mehr Spaß mit e-plus)

Einleitung

Ende April 1999 habe ich den Mobilfunkanbieter gewechselt und bin nicht länger Kunde bei e-plus Service (im Folgenden e-plus genannt). Dies hatte im Wesentlichen zwei Gründe:

 

  • Seit einiger Zeit gibt es bei e-plus meiner Meinung nach keine effektiven Preisermäßigungen mehr. Wie komme ich auf diese Idee, wo doch e-plus gerade mit seinen revolutionären Time&More Tarifen wirbt? Lügt der Beckenbauer etwa ? Am Anfang trat e-plus als Preisbrecher auf dem deutschen Mobilfunkmarkt auf. Der Netzausbau ist mittlerweile gut, die Qualität auch, nur der stets beworbene Anrufbeantworter ist nicht mehr kostenlos, es sei denn man entschließt sich für einen der alten Tarife, bei denen man sich aber dann nicht mehr trauen darf, tagsüber zu telefonieren.

  • Der Time&More 15 Tarif wäre für mich ein zu ertragendes Übel gewesen, da mir die Wunschrufnummer schon an's Herz gewachsen war. Daher habe ich bei der e-plus Hotline angerufen und gefragt, was sie mir für ein Angebot machen könnten, wenn ich den Vertrag für 24 Monate verlängere und ein NOKIA 6150 haben möchte. Die Antwort war vernichtend. Das würde € 150,- kosten und bei meinem Telefonverhalten könnte ich froh sein, überhaupt so einen tollen Preis offeriert zu bekommen. Mein Hinweis, ich sei bereits seit 1994 mit dem gleichen Mobiltelefon (PT-11) - damals für umgerechnet €700,- gekauft - ausgekommen und seit diesem Zeitpunkt zwar aufgrund der Tarife nicht gerade der Hauptsponsor geworden, aber sicherlich kein Kostenfaktor, wurde mit der lakonischen Antwort, ich könne ja kündigen quittiert, was ich dann auch getan habe.

 

Nun bin ich nur noch gespannt, ob e-plus auf der Deaktivierungsgebühr besteht, die im Preisverzeichnis abgedruckt ist und die nach Auffassung des Landgerichts Potsdam, Az. 2 O 491/97 rechtswidrig ist.

26.05.1999

Ich habe soeben meine Kündigungsbestätigung von e-plus service erhalten. Leider erst zum 31.10.1999, was für mich Mehrkosten i.H.v. € 50,- bedeuten würde. Begründet wurde dies damit, daß ich vor zwei Jahren einen Tarifwechsel durchgeführt habe, der zwar keine verlängerte Vertragslaufzeit zur Folge hatte, aber neue AGB's, denen ich konkludent zugestimmt hätte. Für mich stellt dies eine überraschende Klausel dar und ist somit nichtig.

01.06.1999

Ich habe den "Fall" meiner Anwältin übergeben. Wie die Erfolgschancen stehen, hängt auch von dem Tarifwechselschreiben ab, das mir e-plus service bis heute nicht in Kopie schicken konnte, genausowenig wie die AGB's, die ich anerkannt haben soll. Ein Präzedenzfall existiert wohl noch nicht, weil die meisten Kunden sich mit der geringen Gebühr abfinden. Für mich sind zwar € 50,- nicht die Welt, aber auch nicht so lächerlich wenig, als daß ich den Verlust unter Ulk verbuchen könnte. Abgesehen davon fühle ich mich in diesem Fall nicht fair behandelt.

11.06.1999

Es ging ein Schreiben an eps, daß die neuen AGB nicht gemäß §2 AGBG Vertragsbestandteil geworden sind. Gemäß Entscheidung des BGH würde der bloße Hinweis auf "umseitige AGB" nicht ausreichen, wenn diese nicht räumlich getrennt sind. Desweiteren habe der Hinweis auf eine Abweichung der AGB im Vergleich zu den bei Vertragsabschluß akzeptierten gefehlt. Daher sei die Kündigung zum 31.05.1999 fristgerecht.

22.06.1999

eps besteht - ohne auf die vorgebrachten Argumente einzugehen - auf ihrer Sichtweise des Falles. Desweiteren wolle man mir aber entgegenkommen und mache mir den Vorschlag einer unbürokratischen Lösung. Ich möge doch einfach einen neuen Kunden für eps werben. Dann würde man den Vertrag auf ihn umschreiben und ich hätte keine weiteren Kosten. Ja bin ich denn ein Vermittlungsbüro für eps? Hmmm, na wenn sie mir dafür die üblichen € 300,- zahlen, denke ich vielleicht darüber nach. Ich schließe mich jedoch der Meinung meiner Anwältin an, daß dieser Vorschlag inakzeptabel ist und wir kommen überein, darauf zu warten, ob eps vor Gericht ziehen will. Da bin ich aber mal gespannt.

06.08.1999

eps hat mir ohne Kommentar eine Rechnung über eine Grundgebühr geschickt, die postwendend an meine Anwältin ging. Ansonsten ignorieren Sie mich und meine Anwältin beharrlich und scheinen davon auszugehen, ich würde schon irgendwann bezahlen, wenn sie nur beharrlich genug Rechnungenschicken ...

06.12.1999

eps schickt die mittlerweile vierte "Letzte Mahnung". So langsam glaube ich, deren Buchhaltung ist genauso effizient, wie die von VIAG Interkom :-) Mittlerweile hat man es wenigstens geschafft, meinen Anschluß zu deaktivieren. Wow...

23.12.1999

Fröhliche Weihnachten. eps hat mir heute die mittlerweile fünfte "Letzte Mahnung" geschickt. Mal rechnen. Mittlerweile wollen sie € 50,62 von mir haben. Dies entspricht genau 90.39285714 Briefen zu € 0,56 was ca. 7,5 Jahren monatlicher Mahnungen entspricht. Warten wir's ab...

10.01.2000

Hossa, e-plus scheint Y2K fähig zu sein, denn heute kam die mittlerweile sechste "Letzte Mahnung". Na mittlerweile kann ich diese Firma nicht mehr ernst nehmen und spare mir schon die Weiterleitung der Mahnungen an meine Anwältin. Wenn bei eps die Gehirnzellen abgestorben sind, muß ja nicht noch der deutsche Wald für Faxe oder Briefe sterben. Schöne Grüße an alle noch Mitlesenden. Aus zahlreichen E-Mails weiß ich, daß diese Seite ihren Sinn, einem breiten Publikum den kundenservice der Firma e-plus service (Die wissen, warum sie ihn/sich mittlerweile klein schreiben) aufzuzeigen, erfüllt. Da stecken Unternehmen Millionen in die Werbung, statt das günstigste Werbemedium der Welt zu bemühen - Ihre zufriedenen Kunden. To be continued...

07.02.2000

Ich zähle blos noch mit, da mit intelligenten Lebensformen bei e-minus service wohl nicht mehr zu rechnen ist. Heute kam die siebente "Letzte Mahnung" und am 01.03.2000 die achte. Wenigstens schmeckten deren Gummibärchen auf der CeBit. Sowas nennt man wohl Frustspeck anfressen.

22.03.2000

Tach, Post. Heute kam die nunmehr neunte "Letzte Mahnung". Mir fällt mittlerweile nichts mehr dazu ein. Mehr in einem Monat.

11.04.2000

"Letzte Mahnung" Nr. 10 - Porto € 5,60 - Forderung € 50,62

01.05.2000

"Letzte Mahnung" Nr. 11 - Porto € 6,16 - Forderung € 50,62

01.09.2000

Ein Wunder ist geschehen! Mein Briefkasten wird nicht mehr mit Mahnungen penetriert. Offensichtlich hat man eingesehen, daß dies nichts bringt oder der Computer hat meinen Datensatz aufgefressen.

27.12.2001

Damit die Nachwelt auch mit den Beträgen etwas anfangen kann, habe ich sie in Euro konvertiert. Mein Vertragsverhältnis mit Viag Interkom (demnächst heißen die dann O2) habe ich im Oktober 2001 völlig problemlos mit einem(!) einfachen Brief und ohne(!) Anwalt beendet. Geht doch...

THE END