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Smartphones für Kinder

Einleitung

Mittlerweile nutzt statistisch gesehen die Hälfte aller Deutschen ein Smartphone. Es ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und für Eltern stellt sich nicht die Frage ob, sondern nur noch wann ihre Kinder eines bekommen. Die Konditionierung fängt bereits im Babyalter an. Die an Tablets gewöhnten Babys versuchen oft auch in Zeitschriften die antrainierte Zwei-Finger-Spreizgeste zum Zoomen von Fotos. Ist das nun schlecht? Ich meine, nein. Medienkompetenz ist etwas, das nicht irgendwann den Jugendlichen in der Schule vermittelt wird, sondern von Anfang an im Elternhaus.

Wichtig ist, Kindern zu vermitteln, dass Spielen in der Natur, das Beschäftigen mit Spielzeug, das Anschauen altersgerechter Folgen einer Serie und die Nutzung von Tablets und Smartphones alle in Ordnung sind. Hierbei sollte die Mediennutzung nur nicht exzessiv passieren.

Alter

Im Jahr 2014 nutzten bereits 85 % im Alter von 12 Jahren ein Smartphone. Mit sechs Jahren lag dieser Wert bereits bei 20 %. Wann ist nun der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Smartphone? Dies hängt sicherlich von der Entwicklung des Kindes ab, die von den Eltern ganz entscheidend geprägt wird. Eine weitere Rolle spielt, ob das Kind alleine unterwegs ist und mittels Smartphone in der Lage sein soll, seine Eltern zu erreichen. Da ich kein Pädagoge bin, kann ich hier keine fundierte Empfehlung geben. Als technisch versierter Vater von zwei Kindern konzentriere ich mich darauf, wie ein Smartphone für Kinder konfiguriert werden sollte, damit dieses möglichst sicher durch diese genutzt werden kann.

Regeln

RegelnKinder brauchen Regeln. Dies gilt auch für Smartphones. Am liebsten würden Kinder ihr Smartphone immer und überall hin mitnehmen. Dies ist aber nicht sinnvoll. Jüngere Kinder sollten Smartphones nicht in die Schule mitnehmen, es sei denn, sie sind alleine unterwegs und benötigen es als Sicherheit auf dem Schulweg (Anrufen, Notfallortung). Auch zuhause sollte es feste Regeln geben. Am besten richtet man eine Ladeecke ein, in der die Smartphones aller Familienmitglieder nachts liegen. Wenn Papas und Mamas Smartphone auch da liegen, hat dies auch gleich eine Vorbildfunktion.

Medienerziehung

MedienerziehungViele Eltern würden ihren Kindern am liebsten den Zugang zu vielen Medien strikt untersagen. Ein generelles Verbot ist aber meistens nicht sinnvoll, denn dies grenzt das Kind aus. Insbesondere Soziale Medien sind heute auch bei Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Begleiten Sie das Kind bei neuen Medienangeboten und zeigen Sie Möglichkeiten und Risiken auf. Hierbei nehmen Sie auch zusammen mit dem Kind Privatsphäreeinstellungen vor und erläutern, was mit veröffentlichten Inhalten passieren kann. Wenn möglich, sollte das Kind nie seinen vollen Namen angeben und auch keine Hinweise zu Schule oder Wohnort hinterlassen. Freunde kennen das Kind und Fremde müssen keine Details erfahren. Dies gilt natürlich auch für Fotos und Videos. Man sollte dem Kind deutlich machen, dass etwas, was online ist, nie wieder eingefangen werden kann und jeder Dritte es für immer abspeichern kann. Ein gesundes Misstrauen ist im Internet ebenfalls angebracht. Es ist meistens nicht erkennbar, wer tatsächlich am anderen Ende eines Chats sitzt. Mit nicht persönlich bekannten Chat-Partner sollte sich das Kind niemals treffen. Im Zweifelsfall vereinbaren, es zu begleiten. Letztendlich muss Medienerziehung auch nicht einseitig sein. Begegnen Sie ihrem Kind hierbei doch mal auf Augenhöhe und lassen sich die neusten Trends zeigen. Nur wer als Eltern weiß, was angesagt ist, kann sein Kind informiert beim Entdecken begleiten.

Smartphone

Häufig erhalten Kinder das alte Smartphone der Eltern, wenn diese sich z. B. im Rahmen einer Vertragsverlängerung ein neues zulegen. Ob das alte Gerät für das Kind geeignet ist, sollte aber möglichst vorher überlegt werden. Aus meiner Sicht spielen folgende Punkte hierbei eine Rolle:

 

System Android iOS
Installation von Apps deaktivierbar optional ja
Kinderschutzfilter optional ja
Standort ermittelbar ja ja
Diebstahlschutz nein ja
Niedriger Gerätepreis möglich nein
Robuste Geräte möglich nein

In der obigen Übersicht kann man erkennen, dass iOS grundsätzlich besser für Kinder geeignet ist, wenn der Kaufpreis nicht entscheidend ist. Hier bietet sich ein gebrauchtes >Apple iPhone 5c an, da es relativ günstig ist und aufgrund seiner bunten Gehäusevarianten kindgerecht wirkt. Unter Android sind einige Punkte nur mit zusätzlicher Software erzielbar. Im Folgenden gehe ich auf die einzelnen Funktionen ein.

Familienfreigabe

iOS Einrichtung KinderkontoWenn ein Familienmitglied eine App oder andere Inhalte gekauft hat, müssen andere Familienmitglieder diese nicht nochmals bezahlen. Hierfür richtet man für die Familienmitglieder eine sogenannte Familienfreigabe ein. Da es auf dieser Seite um das Einrichten eines Smartphones für Kinder geht, beschränke ich die Informationen hierauf. Ab iOS 8 ist dies möglich. Hierzu richtet man für das Kind eine Apple-ID ein, indem man unter Einstellungen ▸ iCloud ▸ Familie auf „Familienmitglied hinzufügen“ klickt und dann unten auf „Apple-ID für ein Kind erstellen“. Damit wird der Account automatisch der Familie hinzugefügt und auf der Folgeseite kann und sollte man die Option Kaufanfrage aktivieren. Wenn das Kind Apps, Filme oder Bücher installieren möchte, erscheint auf den iPhones und iPads der Eltern eine Genehmigungsanfrage. Unter Android gibt es auch seit 2016 eine Familienfreigabe. Um diese zu nutzen, muss ein Familienmitglied die eigene Familie einrichten. Die entsprechende Option befindet sich im Google Play Store unter Konto ▸ Familie ▸ Familienmitglieder verwalten. Ist die Familie angelegt, gibt es unter „Familienmediathek-Einstellungen“ die Optionen alle gekauften Apps automatisch zur Familienmediathek hinzuzufügen oder Käufe manuell hinzuzufügen. Im Bereich „Familienzahlungsmethode ändern“ stellt man ein, womit andere Familienmitglieder Android-Apps kaufen dürfen. Spezielle Einstellungen für Kinder existieren leider nicht.

App Installation

iOS Einschränkungen aktivieren iOS Einschränkungen konfigurierenEs gibt viele sinnvolle Apps für Kinder. Es gibt aber auch Apps, die weniger geeignet sind. Als Eltern möchte man daher entscheiden, welche Apps auf dem Smartphone installiert sind und das unkontrollierte Installieren neuer Apps sowie den Kauf von Erweiterungen von bereits installierten Apps verhindern. Unter iOS ruft man hierzu Einstellungen ▸ Allgemein ▸ Einschränkungen auf. Nun oben „Einschränkungen aktivieren“ klicken und einen Sicherheitscode eingeben und wiederholen. Android AppLockDie Kindersicherung ist nun aktiviert. Wenn man die Einstellungen verlässt und wieder aufruft, wird nach diesem Sicherheitscode gefragt, den nur die Eltern, nicht aber das Kind kennen sollten. In der obersten, mit „Erlauben“ titulierten, Kategorie kann der Zugriff für einige Apps, wie Safari, Kamera, FaceTime und iTunes geregelt werden und das Installieren oder löschen von Apps sowie In-App-Käufe verhindert werden. Unter Android kann man im Google Play Store die Jugendschutzeinstellungen auf Basis von FSK/USK separat für Apps, Spiele, Filme, Serien und Musik vornehmen. Diese greifen allerdings nur, wenn die Kinder das Google Passwort nicht kennen. Alternativ kann man eine entsprechende App installieren, wie z. B. >AppLock, mit der Apps und Einstellungen gesperrt werden können.

Kinderschutzfilter

iOS AltersfreigabenKinder sollten nur altersgerechte Inhalte sehen. Insbesondere sollten sie nicht allein auf ihrem Smartphone Inhalte sehen, die sie verstören könnten, ohne dass die Eltern in der Nähe für Fragen zur Verfügung stehen. Unter iOS haben wir die Einschränkungen im vorstehenden Abschnitt aktiviert. An der gleichen Stelle kann unter „Zulässiger Inhalt“ im Detail festgelegt werden, welche Inhalte in den freigegebenen Apps erlaubt sind. Unter Altersfreigabe sollte hier Deutschland ausgewählt werden. Die folgenden Einstellungen für Filme, Sendungen, Bücher, Apps, Websites und Siri sind eigentlich selbsterklärend. Entweder verbietet man sexuelle oder anstößige Inhalte oder setzt eine Altersfreigabe. Unter Android ist leider kein Kinderschutzfilter im Betriebssystem enthalten. Einen solchen kann man z. B. mit der >Salfeld Kindersicherung nachrüsten. YouTube ist bei Kindern sehr beliebt. Damit diese nur kindgerechte Inhalte angezeigt bekommen, sollte man YouTube Kids installieren (>iOS / >Android).

Ortung

iCloud iPhone-SucheFalls das Smartphone abhanden gekommen ist oder gar das Kind vermisst wird, ist es wichtig, den Standort orten zu können. Hierfür haben Smartphones GPS eingebaut. Unter iOS muss hierfür die iCloud Funktion „Mein iPhone suchen“ eingeschaltet sein. Dann kann das iPhone auf >iCloud geortet werden. Unter Einstellungen ▸ Allgemein ▸ Einschränkungen ▸ Datenschutz sollten hierbei die Ortungsdienste aktiviert und Änderungen nicht zugelassen werden.Google Geräte-Manager Unter Android müssen unter „Google-Einstellungen“ ▸ „Sicherheit“ ▸ „Android Gerätemanager“ die beiden Optionen „Remote-Ortung für dieses Gerät durchführen“ und „Remote-Sperre und Zurücksetzen auf Werkseinstellungen zulassen“ aktiviert sein. Damit die Ortung funktioniert, muss man auf dem Smartphone mit seinem Google-Konto angemeldet sein und unter „Einstellungen“ ▸ „Standort“ muss der Standortzugriff aktiviert sein. Dann kann das Smartphone im >Google Geräte-Manager geortet werden.

Diebstahlschutz

iCloud iPhone-SucheSmartphones sind klein und nicht nur bei den eigenen Kindern beliebt, sondern auch bei anderen. Gegen den eigentlichen Diebstahl kann man eigentlich nichts, außer auf das Gerät gut aufpassen. Man kann aber dem Dieb jeglichen Spaß an seiner Beute nehmen, indem man das Smartphone entsprechend absichert. Unter iOS vergibt man dem Gerät zunächst eine Code Sperre unter Einstellungen ▸ Code. Hat man ein iPhone mit Touch ID, heißt die Funktion Touch ID & Code und man kann Fingerabdrücke hinterlegen, mit denen das iPhone bequem entsperrt werden kann. Ab iOS7 schaltet man zusätzlich die iCloud Funktion „Mein iPhone suchen“ ein unter Einstellungen ▸ iCloud. Mit der Einrichtung wird auch gleich eine Aktivierungssperre aktiviert. Danach können auf dem iPhone nur noch durch Eingabe von Apple ID und Passwort die folgenden Aktionen durchgeführt werden:


Damit ist ein gestohlenes iPhone komplett wertlos. Nach einem Diebstahl kann das iPhone auf >iCloud geortet und auf den Modus „verloren“ gesetzt werden. Nun kann man eine benutzerdefinierte Meldung für den Sperrbildschirm einrichten, wie Kontaktinfos zur Rückgabe des iPhones. Android Code SperreAuch unter Android sollte als Erstes eine Code Sperre eingerichtet werden unter Einstellungen ▸ Nutzer ▸ Sicherheit ▸ Displaysperre. Hat man ein Android Gerät mit Fingerabdrucksensor, kann man hier Fingerabdrücke hinterlegen. Ab Android 5.1 gibt es auch einen Diebstahlschutz. Dieser wird bei Aktivierung einer Displaysperre automatisch eingeschaltet. Ist das Smartphone entsprechend geschützt, muss man sich zum Löschen und zur Aktivierung dem Internet verbinden und das Passwort für das Google-Konto eingeben, mit dem das Gerät ursprünglich aktiviert wurde. Damit ist ein gestohlenes Android Smartphone ebenfalls komplett wertlos.

Gerätepreis

Kinder verlieren gerne ihre Sachen und gehen nicht immer sorgsam mit ihnen um. Smartphones sind klein, werden immer überall mitgenommen und sind daher hiervon besonders betroffen. Daher wäre es natürlich schön, wenn diese möglichst günstig wären. Wie so oft im Leben sind die schönen und guten Sachen aber auch teurer. Android Smartphones bekommt man schon neu für deutlich unter €100,- wohingegen iOS Smartphones nicht unter €290,- neu zu bekommen sind (>Apple iPhone SE). Hier bietet sich auf jeden Fall ein Blick auf den Gebrauchtmarkt an, wo man ein >Apple iPhone 5c unter €100,- bekommt. Dies gilt auch für hochwertigere Android Geräte, die ebenfalls in einer ganz anderen Preisklasse liegen.

Robustheit

Robuste Smartphones haben VorteileKinder gehen nicht zimperlich mit ihren Smartphones um. Daher ist es wünschenswert, wenn diese einiges aushalten. Unter iOS gibt es keine wirklich robusten Smartphones. Mit dem >iPhone 7 erschien 2016 das erste iPhone, das wenigstens wassergeschützt nach IP67 ist. Dieses ist aber schon aufgrund des Preises nicht kindgerecht. Zumindest gegen alltägliche Beanspruchung können Smartphones einfach mittels Schutzhülle („Bumper“) und Displayschutzfolie geschützt werden. Diese werden online bereits für wenige Euros angeboten. Unter Android gibt es viele Smartphones mit gutem Schutz gegen Umwelteinflüsse bis zu IP68. Im >Skyynet Handyfinder kann hierzu nach Geräten beliebiger Schutzklassen gesucht werden.

eBooks

Wenn den Kindern echte Bücher aus Papier zu langweilig sind, kann man es mal mit eBooks versuchen. Unter iOS kann man hierfür die mitgelieferte >iBooks App nutzen. Hier kann man Bücher im iBook Store kaufen und herunterladen. Hat man bereits ein Amazon Konto, bietet sich für Android Nutzer die >Amazon FreeTime App an. Zunächst kann man auf der Amazon Homepage ein >Kinderprofil anlegen unter Meine Inhalte und Geräte. Dort wählt man Einstellungen und dann unter Haushalt und Familienbibliothek die Option Kind hinzufügen aus. Unter Inhalte und Geräte können nun Titel ausgewählt werden, um sie dem Profil des Kindes hinzuzufügen. Das Buch wird dann auf dem entsprechenden Gerät automatisch heruntergeladen. Unter iOS gibt es die App bisher nicht.

Marktübersicht

>Skyynet Mobiltelefondatenbank


Quellen

>Statista Anzahl der Smartphonenutzer

 

>Statista Smartphonenutzung durch Kinder und Jugendliche

 

>Bitkom Studie "Jung und vernetzt"


Übersicht

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